Was ist Trimmen

Unter Trimmen – oder auch Stripping genannt – versteht man das Herauszupfen von losem, abgestorbenem Haar aus der Haut. Dieser Vorgang ist für den Hund nicht schmerzhaft, sofern mit dem entsprechenden Fachwissen und Können vorgegangen wird.

Im Gegenteil, viele Hunde geniessen diese Prozedur geradezu. Da beim Trimmhaar die abgestorbenen Haare in der Haut stecken bleiben,  sind diese für Ihren Vierbeiner sehr unangenehm, jucken und reizen die Haut. Werden diese Haare entfernt, ist dies eine erlösende Wohltat. Den richtigen Zeitpunkt für das Trimmen Ihres Hundes erkennen Sie auch daran, dass er sich vermehrt kratzt und mehr Haare verliert als üblich.

Richtiges, regelmässiges Trimmen bewirkt den ‚rolling coat‘. Das heisst, das Fell befindet sich in einem gesunden Turnus – während ein Teil des Trimmhaares bereit ist zum Trimmen, wächst unten bereits wieder neues Haar nach. Es besteht also nicht die Gefahr von plötzlichen kahlen Stellen.

Viele Hundebesitzer denken es reicht, den Hund regelmässig zu bürsten. Dem ist leider nicht so. Natürlich wird mit dem Bürsten jeweils ein Teil der abgestorbenen Haare entfernt, aber eben nur ein kleiner Teil. Der Rest muss getrimmt werden. Bleibt dies aus, wird das Fell immer mehr verdichtet und letztlich verfilzt es auch. Nimmt man dann die Schermaschine statt des Trimmmessers, ist das ‚Fellelend‘ vorprogrammiert.

Beim Abscheren des Hundes wird kein einziges Haar aus der Haut entfernt, sondern nur über der Haut abgeschnitten. Das Fell ist genauso dicht wie vorher. Es kommt immer noch nicht genug Luft an die Haut, der Hund kratzt sich und schwitzt auch schneller. Wo es Unterwolle hat wird diese vermehrt gebildet und verstärkt das Problem noch mehr.

Das Haar wird aus Platzmangel in der Haut immer dünner und feiner, es verliert die Farbe, verfilzt wesentlich schneller, ist weder schmutz- noch wasserabweisend, sondern nimmt Feuchtigkeit und Schmutz wie ein Schwamm auf. Ausserdem entwickelt der Hund mit grosser Wahrscheinlichkeit Hautekzeme oder Pilzinfektionen. – Der Gang zum Tierarzt wird unumgänglich. Dies alles kann durch fachgerechte Fellpflege verhindert werden.

Durch das korrekte Trimmen des Haares wird die Haut belüftet und durchblutet, der Hautstoffwechsel wird angeregt und das Haar wird kräftig in Struktur und Farbe. Der Hund haart nicht und sieht gepflegt aus. Schmutz wird leicht herausgebürstet und das Fell trocknet schnell. (Quelle: Hunde-Vitalzentrum Marsberg)

 

Sehr viele Hunderassen besitzen viel Unterwolle (zB Schäferhunde, Leonberger, Berner Sennen, Golden Retriever, Labrador, Möpse, Australian Shepard etc). Diese Unterwolle muss regelmässig entfernt werden, damit die Haut wieder gesund atmen, bzw. dass das Fell die natürliche Schutzfunktion ausüben kann.

Sie können sich die Haut des Hundes wie eine Wiese vorstellen, die mit der Zeit immer mehr vermoost. Junges Gras kann kaum nachwachsen, kommt nur noch spärlich, dünn und nicht resistent. Genauso verhält es sich mit dem Hundefell.

Würde man ein Unterwollfell nur abscheren, bliebe die dicke Unterwolle auf der Haut liegen. So wie wenn man dauernd einen Winterpulli anbehalten würde. Die Unterwolle würde immer dichter, die Haut immer weniger durchlüftet. Das gesamte Fell beginnt sich zu verfilzen und verdichten. Die Unterwolle wird mit dem Deckhaar (dieses hat eine Schutzfunktion und wirkt gegen Feuchtigkeit, Schmutz, Hitze und Kälte) auf eine Länge geschnitten. Mit der Zeit bildet sich immer weniger Deckhaar dafür aber immer mehr Unterwolle.

Die Schutzfunktion des Felles geht komplett verloren und auch das isolierende Luftpolster zwischen Deckhaar und Haut wird dem Hund genommen. Das Fell kann die klimatisierende Wirkung nicht mehr wahrnehmen. Ausserdem sieht das Fell in Kürze matt und stumpf aus. Hinzukommt, dass das Fell zum Nährboden für Bakterien und Ungeziefer wird und Ihr Vierbeiner zu stinken beginnt.

Also ganz wichtig: Ein Abscheren ohne vorheriges Carden (Unterwolle entfernen) und späteres tägliches Bürsten macht keinen Sinn.

Pilatusblick 18, 6026 Rain